Die Gerichtsstube im Wohn- und Amtsgebäude des Gerichtsverwalters.
Gegenüber dem Stelling’schen Haus wurde gegen 1820 das Wohn- und Amtsgebäude des Richters des Patrimonialgerichts Hechthausen erbaut. Der damalige Richter in Hechthausen hatte allerdings mit den akademisch ausgebildeten Juristen heutiger Zeit nichts gemein. Er war vielmehr ein Unterbeamter des Gerichts, dem die Wahrnehmung polizeilicher Aufgaben oblag.
Das Amt eines Richters im heutigen Sinne hatte hingegen ein studierter Jurist inne, der sogenannte Gerichtsverwalter, der in einem Haus in der damaligen Ortsmitte (an der Stelle des heutigen Wohnhauses Hauptstraße 4) residierte.

 

Auch die „Gerichtsstube“, in der die Sitzungen des Gerichts abgehalten wurden, befand sich in diesem Gebäude.

Das Gefängnis des Gefängnis befand sich in einem Nebengebäude des Richterhauses in der heutigen Hutloher Straße. Dort wurden etwaige Delinquenten jedoch nur für kurze Zeit arretiert; waren längere Freiheitsstrafen zu verbüßen, wurden die betreffenden Personen entweder in das Amtsgefängnis in Himmelpforten oder in das Stockhaus in Stade überstellt. Da das Gefängnis zumeist nicht mit Gefangenen belegt war, diente es überwiegend der Familie des Richters als Backhaus.
Nach der Auflösung des Patrimonialgerichts und dem Fortzug des letzten Richters Helmke, der in Lamstedt eine neue Anstellung als Amtsvogt gefunden hatte, wurde das Gebäude zeitweilig als Gastwirtschaft, später dann als Fleischerei genutzt. Heute, nach gründlicher Renovierung, dient es als Wohnhaus.  

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