Der Koppeler Galgenberg

Gruseliges und Historisches aus der Ritterzeit

Etwa 500 m hinter dem Bahnübergang zweigt die Straße „Am Koppelberg“ von der Landstraße ab und führt direkt zu einer mit Bäumen bestandene Anhöhe, dem Galgenberg.
Auf diesem früher unbewaldeten, von Heide umgebenen Hügel stand bis zum Ende des 18. Jahrhunderts - weithin sichtbar unmittelbar an dem alten Postweg gelegen - eine der beiden Richtstätten des Patrimonialgerichts Hechthausen. Die andere befand sich in Kranenburg. Das Patrimonialgericht umfasste neben niederer Gerichtsbarkeit ( Eigentums-, Erbrechts- und Familienangelegenheiten ) auch die Blut-, Hals- und peinliche Gerichtsbarkeit, welche sonst in der Regel der Landesherrschaft vorbehalten blieb.
 

Das Gericht befand sich seit Ausgang des Mittelalters in Händen der heute noch in Hechthausen ansässigen adligen Familie Marschalck von Bachtenbrock. Diese hatte die Ausübung der Gerichtsbarkeit jedoch spätestens seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in die Hände von studierten Juristen (Gerichtsverwaltern) gelegt.   
Der zum Hochgericht führende Weg wurde im Volksmund „Bäwerweg“ genannt - dies wohl im Hinblick darauf, dass die Delinquenten auf dem Weg zum Richtplatz das Zittern überkam (zittern = niederdeutsch: bäwern), wenn sie des Galgens ansichtig wurden. Einer Aktennotiz aus dem frühen 19. Jahrhundert zufolge fand die letzte Hinrichtung im Patrimonialgericht Hechthausen im 17. Jahrhundert auf der Richtstätte in Kranenburg statt.
Ein wegen Diebstahls
 
Gedenkstein zum Tode Verurteilter sollte ursprünglich gehängt werden. Diese Strafe wurde jedoch auf Bitten seiner Familie dahingehend abgewandelt, dass der Delinquent von einem zu diesem Zweck extra aus Stade angereisten Scharfrichter mit dem Schwert hingerichtet wurde. Diese Art der Strafvollstreckung wurde zu jener Zeit offensichtlich als weniger entehrend angesehen. Der Gerichtsverwalter betont in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass der „Blutbann in früheren Zeiten fleißiger exercirt“ worden sei.

Heute erinnert nur noch ein aus jüngerer Zeit stammender Gedenkstein, der einen am Galgen hängenden Menschen zeigt, an das ehemalige Halsgericht im jetzigen Koppeler Wald.   

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