Gedenkstein

Kriegsende 1945
Am 3. Mai 1945 hatte die britische Garde-Panzerdivision (Guards Armoured Division), von Süden bei Burweg und Breitenwisch die Oste erreicht. Um den feindlichen Truppen die Querung der Oste zu erschweren hatten deutsche Soldaten versucht, die beiden Ostebrücken bei Hechthausen in die Luft zu sprengen. Dies war jedoch nur teilweise Erfolg geglückt, da, die militärisch wichtige Straßenbrücke jedoch nur leicht beschädigt wurde. Die Ursache für diesen „Misserfolg“ ist wohl darin zu suchen, dass ein paar mutige Einwohner zuvor die Zündkabel der Sprengladung durchschnitten hatten.
Am Abend des 3. Mai belegte die britische Artillerie die Dörfer Hechthausen und Klint mit starkem Geschützfeuer, das bis in die Nacht hinein andauerte und hier einen nicht unerheblichen Schaden anrichtete. Angesichts der völlig aussichtslosen Situation begab sich am Morgen des 4. Mai gegen 10.00 Uhr der Bauer Klaus Torborg mit einer weißen Fahne zur Ostebrücke und übergab die Ortschaft Hechthausen dem 1. Household Cavalry Regiment der britischen Streitkräfte.

Ohne auf Widerstand zu stoßen – die letzten deutschen Truppen unter Generalmajor Rudolf Goltzsch hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits zurückgezogen – besetzten die Briten daraufhin den Ort Hechthausen. Zuvor war allerdings noch ein britischer Sherman-Panzer in der Kurve unmittelbar vor der Brücke auf eine Mine gefahren und in die Luft geflogen. Dabei kamen alle 4 Besatzungsmitglieder ums Leben. Auf Anordnung des britischen Militärs hatten nun alle Einwohner Hechthausens ihre Häuser zu verlassen, um eine störungsfreie Durchsuchung aller Gebäude nach versteckten Waffen zu gewährleisten.
Den männlichen Erwachsenen des Ortes wurde außerdem befohlen, sich vor dem Kaufhaus von Holt (am Standort des heutigen Gedenksteins) einzufinden. Bei dieser Gelegenheit wurden versprengte Soldaten, die sich in Zivilkleidung unter die einheimischen Männer gemischt hatten, festgenommen und in ein Gefangenenlager nach Hesedorf bei Bremervörde verbracht. Die übrigen Personen wurden nach erfolgter Vernehmung nach Hause entlassen.
Insgesamt wird das Verhalten der britischen Soldaten gegenüber der Zivilbevölkerung von Zeitzeugen als korrekt bezeichnet. Nach alledem bedarf die Inschrift auf dem Gedenkstein “Ende des Krieges 1939-1945 an der Niederelbe hier am 5.5.1945“ insoweit einer kleinen Berichtigung, als der Krieg hier - und überhaupt in ganz Nordwestdeutschland, Dänemark und den Niederlanden - bereits am 4. Mai 1945 beendet war.   

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