Gut Hutloh

am Rande der Hechthäuser Geest

Das Gut Hutloh liegt auf der westlichen Seite des Ostetals zwischen der Oste und dem Ort Hechthausen, am Rande der Hechthäuser Geest.
Der Namensteil „Hut“ lässt sich sprachlich als der im hiesigen Gebiet verbreitete Ortsname Hude deuten. „Hude“ bezeichnet einen Warenlagerplatz am Wasser. Hutloh hieße dann soviel wie: Wald am Warenlagerplatz. Dort hat sich offensichtlich auch ein befestigter Platz befunden. Noch heute sind die Spuren des alten Burggrabens mit Wällen und den großen behauenen Findlingen, die auf einen befestigten Bau schließen lassen, zu erkennen.
Das Gut Hutloh befindet sich nachweislich seit 1555 im Besitz der Marschalcken. Bis Heute ist es im Besitz dieser Familie. Die Familie wurde erstmals urkundlich mit Johann von Bachtenbrock 1142 erwähnt. Sie erhielt auf der östlichen Seite der Oste vom Erzbischof die Cranenburg als Stammburg zum Lehen. Nach Aufgabe der Burg zogen die Marschalcken 1542 auf die westliche Seite der Oste, auf den Geesthof, wo sie umfangreiche Ländereien besaßen. Hierzu gehörte auch das wenig später erstmals erwähnte Gut Hutloh.

Seit dem Mittelalter bestand das Gut aus einem Wohnhof mit Landwirtschaft, sowie umfangreichen Rechten an Mühlen, Fähren, Waldungen, Gewässern und Meierhöfen und Gerichtsherrschaften in den umliegenden Dörfern. Die Ländereien der Familie waren auf die Güter Geesthof, Klint I, Klint II und Hutloh verteilt. Die Eigentümer der Güter Hutloh, Geesthof, Klint, Laumühlen, Ovelgönne und Wischhof waren, solange sie in Händen der Familie von Marschalck waren, Gerichtsherren des geschlossenen adligen Gerichtes Hechthausen, welches das Kirchspiel Hechthausen und das auf der anderen Seite der Oste liegende Kranenburg umfasste.   
Die Güter wurden bis etwa 1866 getrennt bewirtschaftet. Die Landwirtschaft war in der regel verpachtet. Die Besitzer des Gutes Hutloh waren seit jeher mit Kriegsdiensten, im Verwaltungsdienst oder mit Kirchenämtern betraut.
Hutloh für sich allein war 180 ha groß. Die Geesthofer Linie der Marschalcken begann 1866 die Ländereien zusammenzulegen und verlegten den Stammsitz nach Hutloh. So wurde die land- und forstwirtschaftliche Fläche auf 716 ha erweitert und ab 1935 als Waldgut Hutloh geführt.
Die Vergrößerung des Gutes war möglich durch den Bau der Eisenbahn 1878, als Flächen und Sand verkauft werden konnten.

Heute wird der land- und forstwirtschaftliche Betrieb mit ca. 780 ha traditionell bewirtschaftet. Ferner ist auf dem Geesthof ein Ferienpark entstanden. Außerdem wurden alte Wirtschaftsgebäude umgebaut und als Wohnungen genutzt.
1905 wurde das Gutshaus herrschaftlich umgebaut. Der Teich, eine Halbinsel, der Gutspark und einige Nebengebäude, sowie der Eiskeller wurden errichtet und erweitert. 1916 wurde der Garten nach einem Entwurf, welcher sich im Archiv des Hauses befindet, neu angelegt. Charakteristisch sind die großen Rhododendronanpflanzungen und die zu großen Beständen zusammengefassten Gehölze, der weitgehende Verzicht auf feste Wege und die durch alte Parkbäume aufgelockerten großen Rasenflächen. Bis heute hat sich sein Grundaufbau erhalten, so dass er zu den bedeutenden historischen Gärten Norddeutschlands zählt.
Mehrere Grabplatten aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts sind in eine Felssteinmauer eingelassen, welche als wertvolle Kulturdenkmäler des Renaissance-Zeitalters gelten. Besonders gut erhalten sind die gemeinsame Platte des Ehepaares Segebade und Jutte Marschalck, geb. von Brobergen und die Grabplatte der Anne Marschalck, geb. Bremer, Witwe des Johann Marschalck aus dem Jahre 1588.   
In den letzten Kriegstagen 1945, traf eine Fliegergranate das Gutshaus und beschädigte es schwer. Nachdem es repariert war und zeitweilig 20 Flüchtlingsfamilien es bewohnt hatten, wurde es von Grund auf instand gesetzt und ist heute Stammsitz der freiherrlichen Familie Marschalck von Bachtenbrock.

Da sich das Gut in Privatbesitz befindet, kann es nicht besichtigt werden.

Als Außenstelle des Standesamtes Hemmoor, werden jedoch in dem historischen Rittersaal standesamtliche Trauungen vorgenommen.  

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