Hechthausens Windmühle am Osteufer - "Caroline"

Am östlichen Rand von Hechthausen liegt an der Oste die dreistöckige Windmühle "Caroline", ein Galerieholländer.
Sie hat, nach holländischem Vorbild, eine drehbare Kappe, durch die ihre Flügel in den Wind gedreht werden konnten. Außerdem verfügt sie zwischen dem zweiten und dem dritten Geschoss über eine umlaufende Galerie, von der aus die Flügel vor dem Mahlgang in Bewegung gesetzt wurden. Die Mühle wurde im Jahre 1845 von dem damaligen Müller Cord Stelling erbaut und erhielt ihren Namen nach dessen Ehefrau Caroline.

Die Vorgängerin dieses Bauwerks war eine hölzerne Bockwindmühle, die bereits im 17. Jahrhundert als im Eigentum der Familie Marschalck von Bachtenbrock stehend erwähnt wird. Schon viele Jahre vor ihrem Abriss im Jahr 1840 wurde die alte Mühle als baufällig  beschrieben. Allein es fehlte für einen Neubau das erforderliche Geld. Umso erstaunter waren allerdings die Hechthäuser, als sie eine stattliche Mühle modernster Bauart entstehen sahen.
Es verbreitete sich rasch ein Gerücht, das sich bis heute gehalten hat: Danach hatte der Müller, der auch die Prahmfähre über die Oste bediente, durchreisende, die eine Ladung englischer Goldmünzen transportierten, betrunken gemacht, ihnen dann mit einer List das Gold entwendet, ohne dass sie den Verlust sogleich bemerkten, und so den Grundstock für ein später ansehnliches Vermögen gelegt.

Durch den Einbau eines Elektromotors wurde die Mühle vom Wind unabhängig und dadurch wirtschaftlicher. Jedoch machte auch vor ihr das große Mühlensterben in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht halt. Nach ihrer Stilllegung verfiel sie zusehends, wurde aber durch den jetzigen Besitzer mit Hilfe öffentlicher Mittel, zumindest äußerlich, wieder in einen etwas besseren Zustand versetzt.
Ihr Mahlwerk ist noch vorhanden, aber nicht mehr funktionsfähig. Sie kann nur von außen besichtigt werden.

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